Club Italia

Italienische Fußballtradition in Berlin. Unsere Chronik zum Aufklappen.

Die Mannschaft, die den Anstoß gab

Die Frühgeschichte des Club Italia beginnt mit einem Kaplan der Missione Cattolica, mit Don Luigi Fraccari. Er hatte den Wunsch, in Berlin einen Fußballverein für die italienische Jugend aufzustellen. Im Laufe eines Gesprächs mit Andrea Fusaro sagte Fraccari: „Andrea, mach mal.“ So gründete Andrea Fusaro im Jahr 1963 die Gioventù Italiana Berlino (Italienische Jugend Berlins, kurz GIB) für seine in Berlin lebenden Landsleute und ihre Kinder.
Der heutige Träger des Verdienstordens der BRD war damals Rugby-Spieler. Aber er ließ Fraccari auf dem Fußballfeld nicht im Stich. Fusaro trommelte neue Spieler zusammen, trainierte die Mannschaft, sprang als Kicker ein, wenn große Not am Mann war und ist dem Club Italia bis heute verbunden.

West-Berlin wird zum Spielfeld für italienischen Fußball

Die 1960er Jahre waren durch den Zuzug italienischer Arbeiter nach West-Berlin geprägt. Filippo Sabato, zeitweise Präsident des Club Italia, erinnert sich: „Berlin war für mich eine sehr spannende Stadt, immer schon. Mit dem Mauerbau verlor der Westteil seine vielen Arbeiter aus dem Osten. Es wurden neue Arbeitskräfte gebraucht und die ausgezeichneten Konditionen machten West-Berlin noch attraktiver. Es war im Vergleich zu heute unglaublich einfach: ich kam damals am Bahnhof Zoo an, nahm ein Taxi zum Arbeitsamt und hatte einen Job.“ Wie Sabato kamen viele Italiener aus dem Gastronomiebereich. Und in der italienischen Gastronomie der Mauerstadt entstand bald eine höchst lebendige Fußballkultur. Viele Restaurants hatten eine eigene Fußballmannschaft, in der ihre Angestellten und deren Familienmitglieder spielten. Die Namen der Mannschaften waren oft identisch mit den Namen der jeweiligen Restaurants: „Azzurri“, „Cafè Sport“, „Capri“ … Die besten Spieler dieser Mannschaften bildeten den ,,Club Berlitalia“ und nahmen an den Berliner Meisterschaften teil. Die Atmosphäre war entspannt, der Spaß am Spiel stand im Vordergrund, bei allem Streben nach Punkten auf dem Platz.

Vereinsgründung: Der Club Italia betritt den Platz

Das Fußballspiel war ein Freizeitvergnügen. Aber: „Die italienischen Vereine in Berlin haben sich gegenseitig immer die Spieler abgeworben,“ verrät Andrea Fusaro. „Es lag nahe, sie zu einem Verein zusammenzulegen.“ Das war 1980. Der Club Italia entstand aus dem Zusammenschluss vom Club Berlitalia mit der GIB. Erster Präsident und Erfinder des Namens war Andrea Fusaro. Eine weitere wichtige Rolle spielte Nello Di Martino als Trainer. Obwohl der ehemalige Torwart dem Club nur eine Saison erhalten blieb, trug er maßgeblich dazu bei, die Vereinsstrukturen aufzubauen. Und er zog neue Spieler an, wie z. B. Orazio (genannt „Orlando Furioso“) Alfredo, der sich weit über seine aktive Spielerkarriere für den Verein engagierte.komplizierter als heute. Man brauchte einen Notar, 100 Mitglieder und gute Nerven … aber seitdem gibt es den Club Italia,“ erzählt Sabato. Der Club Italia entstand aus dem Zusammenschuss der „Bella Italia“ mit der GIB. Erster Präsident des Club Italia war Andrea Fusaro. Eine wichtige Rolle spielte auch Nello Di Martino, ein ehemaliger italienischer Torwart und heute im Funktionsteam von Hertha BSC. Er trainierte die Mannschaften des Club Italia in den Anfangstagen und trug maßgeblich dazu bei, die Vereinsstrukturen aufzubauen.

Der Verein etabliert sich in Charlottenburg und darüber hinaus

Im Jahr 1984 erhielt der Club Italia eine neue Führung und konnte schon bald zwei Mannschaften aufstellen, die wöchentlich auf dem Charlottenburger Fußballplatz Westend trainierten. Hier spielen die Mannschaften des Club Italia bis heute. 1986 stieß auch Mittelfeldspieler Giovanni Bruno dazu, der den Verein bis heute prägt.
1989 gelang der ersten Mannschaft von Club Italia unter der Leitung von Filippo Sabato und Egidio Fiore der Aufstieg in die Stadtliga: sie gewann die Meisterschaft und den Amateurpokal der Freizeitliga. Außerdem wurde eine Kindermannschaft für Jungen im Alter von 8 – 12 Jahren gegründet.

Aufstieg, Fall, Aufstieg – die turbulenten 90er Jahre

Am 02.04.1991 war es soweit: der Club Italia wurde offiziell in den Deutschen Fußball-Bund (DFB) aufgenommen. Mit Lorenzo Gagliardi als Trainer stieg die erste Mannschaft kurz darauf zweimal hintereinander von der Kreisliga C in die Kreisliga A auf. Die Kindermannschaft nahm 1991 an der Meisterschaft der Berliner Kreisliga teil. Und mit Lavazza stieß über Andrea Fusaro ein finanzkräftiger Sponsor zum Verein.
Mitte der 90er Jahre schaffte der Club Italia unter der Leitung von Nello Di Martino als Trainer den ersten Aufstieg in die Bezirksliga und verblieb dort zwei Jahre. Das erste Jahr unter der Leitung von Di Martino, das zweite Jahr unter Toni Disimino. Danach stieg der Club wieder in die Kreisliga A ab. Ein paar Jahre blieben die Bemühungen um einen erneuten Aufstieg erfolglos. Schließlich fiel der Club Italia sogar in die Kreisliga B zurück.
1999 wurde die erste Mannschaft unter dem Trainer Michael Schulz Berliner Meister der Kreisliga B und stieg somit wieder in die Kreisliga A auf. Zu den Präsidenten in dieser turbulenten Zeit zählten Giovanni Reggimenti und Giancarlo Paolucci.

Vom Aufstieg zur ganz großen Vision

Im Meisterschaftsjahr 2000/2001 stieg die erste Mannschaft von Club Italia in erneut in die Bezirksliga auf. Fünf Spielzeiten hielt sie sich dort, dann rutschte sie in die Kreisliga A ab.
Im Jahr 2006 bekam der Club Italia einen weiteren Spielmacher. Den Restaurantbesitzer Florian Sinnig, ein passionierter Italienfan mit vielen Kontakten und einer großen Vision: „Wir wollen in die Bundesliga“. Die Saison 2006 begann höchst ermutigend. Mit einem triumphalen 6:1 fegte die Mannschaft vom Club Italia einen drei Klassen höher eingestuften Gegner (den Landesligisten SC Gatow) vom Platz. Damit begann ein wahrer Höhenflug des Vereins. Der Aufstieg in die Landesliga. Zwei Jahre hartnäckiger Versuche, die Verbandsliga zu erreichen. 2011 gelang es unter dem Trainer Dragan Kostic. Der Club Italia war in die höchste Berliner Liga aufgestiegen. Inzwischen war Florian Sinnig Präsident des Vereins, am Rand des Spielfeldes wurde gratis Pizza verteilt und durch Andrea Fusaro hatte der Verein Fiat als Sponsor gewonnen. Die Zukunft sah rosig aus. Doch leider kam es anders.

2012, das Unglücksjahr

Das Ende der Welt blieb 2012 zum Glück aus. Im Club Italia herrschte dennoch Untergangsstimmung. Eine langwierige Verletzungsserie raubte der ersten Mannschaft zahlreiche Spieler. Andere waren enttäuscht, dass der Aufstieg nicht zu mehr Geld im Verein führte. Florian Sinnig verlor spürbar an Motivation und kündigte seinen Ausstieg an. Der Sponsor sprang ab.
Das Potential des Vereins blieb unausgeschöpft. In einem Interview sagte Trainer Dragan Kostic über den einzigen Sieg (6:1 gegen Adlershof) der damaligen Saison: „Da hat man gesehen, was bei uns möglich gewesen wäre. In diesem Spiel waren neun Spieler aus der Aufstiegs-Saison dabei. Unsere Vorbereitung war ja auch recht gut verlaufen, wir haben Testspiele gegen den BSC und den 1. FC Wilmersdorf gewonnen. Aber dann sind wir schlecht gestartet – und alles nahm seinen Lauf.“
Und das nahm es. Die Mannschaft brach auseinander. Sie wurde mit Spielern aus der Kreisliga B aufgefüllt. Trainer Kostic ging. Tapfer beendete die Mannschaft die Saison mit 39 Punkten als Tabellenletzte. Die Bundesliga war wieder ganz weit weg.

Renaissance des Club Italia

Nach 2012 kehrte der Club erst einmal zu seinen Wurzeln zurück. Zum Spiel ohne Bundesligaambitionen, zum Vereinsleben in Charlottenburg. Der ehemalige Spieler Giovanni Bruno wurde Präsident und schließlich gewann man sogar Fiat als Sponsor zurück. Denn nach wie vor steht der Club Italia immer noch für italienischen Fußball in der Hauptstadt – auch wenn sich die Mannschaften und der Kreis der Präsidenten sowie der im Verein Engagierten sich schon lange nicht mehr nur aus italienischstämmigen Berlinern zusammensetzen. An dieser Stelle möchten wir allen von ihnen danken, dass sie den Club Italia zu dem machen, was er ist.

Ausblick Club Italia 80 e.V.

Nach vielem Auf und Ab startet der Verein Club Italia jetzt die nachhaltige Entwicklung seiner wirtschaftlichen und sportlichen Bereiche. Mit der Wahl des neuen Präsidiums und Vorstands ist der Verein nun bestens aufgestellt: durch die Vertretung verschiedener Bereiche wie Sport, Media und Recht im Vorstand und durch die repräsentative Besetzung von Präsident und Vizepräsident.

Die wirtschaftliche Entwicklung – auf dem Weg zur überregionalen Bekanntheit

Um den wirtschaftlichen Bereich – insbesondere das Marketing – zu optimieren, konnte Club Italia mit dem Sportvermarkter „Howarex“ einen idealen Kooperationspartner gewinnen. Er wird dazu beitragen, die Popularität von Club Italia zu steigern und sich von einem regionalen, ortsgebundenen Verein zu einer überregionalen Marke zu entwickeln. Veranstaltungen rund um den Fußball sollen die Fans zusätzlich begeistern und so das Interesse an Club Italia weiter erhöhen.

Die sportliche Entwicklung – ehrgeizig, ganzheitlich und erfolgsorientiert

Der Verein hat das Ziel, in den nächsten 3 – 5 Jahren den semiprofessionellen Bereich zu erreichen, um dann innerhalb der darauf folgenden 3 Jahre den Aufstieg in den Profifußball zu schaffen.

Qualifiziert und bestens organisiert – Trainer und Ausstattung

Für einen nachhaltigen Erfolg plant der Verein die Verpflichtung eines hochqualifizierten Trainerteams. Dieses setzt sich aus einem Fußballlehrer als Cheftrainer, einem Trainer, einem Torwart-Trainer und einem Athletik-Trainer zusammen. Mit der Einstellung eines Zeugwarts wird der Textil-Bereich organisiert, so dass alle Spieler in der Öffentlichkeit ein einheitliches Bild mit hohem Wiedererkennungswert abgeben.

Junge und bewährte Talente – die Mannschaft

Die Basis der Mannschaft bildet eine Anzahl von sehr erfahrenen Spielern. Ergänzend sollen junge leistungsorientierte Talente in das Team integriert und entwickelt werden, um mit einer klaren Hierarchie eine gute Mischung von jung und alt zu erreichen. Dazu wird ein Scouting-System entwickelt, welches talentierte Spieler von vorrangig italienischer Herkunft sichtet und gegebenenfalls an den Verein bindet.

Ein echtes Heimspiel – der Weg zum eigenen Trainingsgelände

Um einen geregelten und leistungsorientierten Trainingsablauf zu garantieren, ist ein Ziel von Club Italia, ein Trainingsgelände in Eigenregie (Schlüsselvertrag mit einem Bezirksamt) zu betreiben. Mit der Errichtung von Trainingsmöglichkeiten, wie z. B. einem Sprintberg werden das Training optimiert und Trainingsziele schneller erreichbar. Zudem verfügen die erste und zweite Mannschaft dann über eine eigene Kabine und jeder Spieler über einen festen Platz. Als neue Spielstätte wird ein Stadion in Berlin anvisiert, welches Räumlichkeiten für Zusammentreffen im exklusiven Ambiente für Sponsoren und Förderer besitzt, eine prickelnde Live-Atmosphäre bietet sowie für Presse, Funk und Fernsehen geeignet ist. Des Weiteren müssen alle Auflagen des DFB (z. B. Sicherheit, Flutlicht, Rasenheizung) von dieser Spielstätte erfüllt werden, die Voraussetzung zur Lizensierung sind, um ein Spielrecht für die jeweilige Spielklasse zu erhalten.

Ihre Unterstützung, unser gemeinsamer Aufstieg

Der Verein macht eine entsprechende Etatplanung. Für die Abdeckung des Etats in den jeweiligen Abschnitten und zum Erreichen der oben aufgeführten Ziele benötigt Club Italia Partner und Förderer. Wir freuen uns, wenn Sie die Zukunft von Club Italia mitgestalten.

Die Anfänge des Club Italia in Bildern