EM-Halbfinale Club Italia drückt beide Daumen

27. Juni 2012, Berliner-Kurier.de -Giovanni Bruno lebt seit über 30 Jahren in Berlin. Fast 30 Jahre lang gehört er zum Club Italia Berlino, in dem italienische und deutsche Herzen schlagen. Aber was ist eigentlich am Donnerstag? Wie erlebt die italienische Seele im Land des Gegners ein wichtiges Fußball-Duell?
„Gelassen! Deutschland will immer gewinnen, schafft es gegen uns aber nicht“, so der 52-Jährige, der sich sogar noch ans legendäre 4:3 seiner Landsleute im WM-Halbfinale 1970 erinnern kann. Bruno: „Schnellinger traf damals für Deutschland und hat in Mailand gespielt. Das war was Besonderes.“
Genau das macht die Duelle zwischen Italien und Deutschland anders als Spiele des DFB-Teams gegen Holland oder England. Bruno: „Als Deutschland 1990 in Rom Weltmeister wurde, haben wir es ihnen gegönnt, weil viele Deutsche in Italien spielten. Konkurrenz gibt es nur in den direkten Duellen.“
Da teilt sich auch der Club Italia auf, dessen 1. Herren-Mannschaft gerade in die Berlin Liga (6. Liga) aufgestiegen ist und der für viele seiner Teams den Spandauer Damm in Charlottenburg als seine sportliche Heimat hat. Dort ist Bruno Vize-Boss und spielt auch noch selbst in der Altliga. Bruno: „Bei uns haben schon immer auch Deutsche mitgemacht. Viele der Italiener sind in Berlin geboren, schwören eher auf deutsche Ordnung und Disziplin als zu viel italienische Lockerheit. Ideal wäre für uns ein italienisches Nationalteam mit einem deutschen Trainer. Das wäre so wie einst Ferrari mit Schumi. Da konnten wir zusammen feiern und leiden.“
Aber das können alle Mitglieder des Club Italia am Donnerstagabend auch. Bruno: „Einer von uns ist auf jeden Fall im Finale – und wird den Titel holen.“

 

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